#25: Happy New Year Overflow

Am ersten Januar gab es weltweit Probleme mit Exchange Servern von Microsoft. Die Folge waren unzĂ€hlige Emails, die nicht zugestellt werden konnten. Und natĂŒrlich Stress bei vielen Admins, die sich um eine Lösung bemĂŒhten.

Grund fĂŒr die Aufregung war ein kleiner Programmierfehler. FĂŒr die ReprĂ€sentation von Datum und Uhrzeit hatte man auf einen signed 32-bit Integer gesetzt. Eine Ganzzahl, die 10 Stellen hat, aber nur maximale Werte aufnehmen kann, die mit 21 beginnen. Bis zur Silvesternacht 2021 war dies nie ein Problem gewesen.

Neben dem Exchange Server gab es auch noch ein paar weitere betroffene Systeme. In der aktuellen Folge wird die Ursache beleuchtet und auf das Thema „Datentypen“ eingegangen.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#24: Ein MISSgeschick

Im Jahr 2020 flog ein Flugzeug von Birmingham nach Mallorca. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dieses Flugzeug ĂŒber eine Tonne schwerer war, als erwartet. Eine solche Abweichung könnte ernsthafte Konsequenzen mit sich ziehen.

Grund dafĂŒr war ein neues IT System, dass im Vorfeld am Flughafen eingefĂŒhrt wurde. Es interpretierte Frauen mit der Anrede „Miss“ (vergleichbar mit dem „FrĂ€ulein“ im Deutschen) als Kinder und Frauen mit der Anrede „Ms“ als erwachsene Frauen.

Bei der Berechnung des Startgewichts eines Flugzeugs werden fĂŒr Erwachsene und Kinder festgelegte Standardgewichte herangezogen. Durch diese fehlerhafte Interpretationen wurden einige Frauen zu Kindern und dadurch zu leicht.

In diesem Fall hatte der Fehler keine Konsequenzen. Aber wie so oft kann es durch eine Verkettung von kleineren Fehlern am Ende zu einer Katastrophe kommen. Deswegen ist es wichtig, auch solche Vorkommnisse zu untersuchen und daraus zu lernen.


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#23: Ein brandheißes Handy

Im Jahr 2016 stellt Samsung das Galaxy Note 7 vor. ZunĂ€chst sieht alles nach einem großen Erfolg aus. Doch dann mehren sich Berichte, nach denen das GerĂ€t Feuer fangen oder gar explodieren soll.

Anscheinend gibt es ein Produktionsproblem mit den hochentwickelten Akkus. Samsung startet eine RĂŒckrufaktion und tauscht die GerĂ€te gegen Exemplare mit Akkus von einem anderen Hersteller. Doch auch diese Akkus leiden unter Problemen und fĂŒhren zu ZwischenfĂ€llen bei denen es zu BrĂ€nden und Explosionen gibt.

Am Ende sieht sich Samsung dazu gezwungen, eine weltweite RĂŒckrufaktion zu starten und die Produktion einzustellen. Es entsteht ein Schaden von ĂŒber 5 Milliarden Dollar.

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#22: Log4Shell

Im Dezember 2021 erschĂŒtterte eine SicherheitslĂŒcke in der Programmbibliothek LOG4J das Netz. Mit einfachsten Mitteln war es möglich, eigenen Code in fremde Systeme zu einzuschleusen und sie zu ĂŒbernehmen.

Was war passiert und wie konnte dieses Problem ĂŒber Jahre bestehen, ohne entdeckt zu werden. In der aktuellen Folge versuche ich, die LOG4J Schwachstelle zu erklĂ€ren. Schließlich habe ich selbst ĂŒber 10 Jahre lang in Java entwickelt und dabei hĂ€ufig diese Bibliothek genutzt.

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#21: SoftSCAM

SoftRAM trat 1995 mit dem Versprechen an, den Arbeitsspeicher eines Windows-PCs zu verdoppelt – per Mausklick. Das sollte durch moderne Kompressionsalgorithmen ermöglicht werden. Leider klang das zu gut, um wahr zu sein.

SoftRAM wollte nĂ€mlich die Daten direkt im RAM komprimieren, um damit dadurch mehr freien Speicher zu schaffen. Aus 4 MB sollten so 8 MB werden. Bei seinen Werbeaussagen hielt sich die Software damals nicht zurĂŒck.

Insgesamt wurden ĂŒber 600.000 Exemplare verkauft. Irgendwann kamen dann aber Zweifel an der Funktion von SoftRAM auf. Und am Ende war es dann doch zu schön, um wahr zu sein. SoftRAM machte unterm Strich nĂ€mlich: nichts. Das c’t Magazin bezeichnete die Software damals als Placebo-Software und diese Bezeichnung ist wohl die treffendste, die es gibt.

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#20: Bis zum letzten Tropfen

Der Gimli Glider war ein Flug von Air Canada, der aufgrund von Treibstoffmangel nur durch ein sensationelles Manöver des Piloten gerettet werden konnte. Die Ursache fĂŒr den Zwischenfall waren eine Kombination von verschiedenen Dingen.

Am Anfang stand ein technischer Defekt der Treibstoffanzeige und ein Zusammenspiel aus fehlerhaften Prozessen und menschlichem Versagen. Dies fĂŒhrte dazu, dass die Tanks des Flugzeugs nur mit Hilfe von manuellen Messungen befĂŒllt wurden.

Leider mussten hierfĂŒr verschiedene Einheiten umgerechnet werden. Denn wĂ€hrend das notwendige Kerosin fĂŒr den Flugplan in Gewicht gemessen wird, rechnete die Tankcrew am Boden in Volumen.

Erschwerend kam noch dazu, dass die betroffene Boeing 767 das erste Flugzeug in der Flotte von Air Canada war, dass in metrischen Einheiten rechnete…

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#19: Gebrochene Herzen

Im April 2014 wurde ein Bug bekannt, der vom Experten Bruce Schneier als 11 auf der Skala von 1-10 bezeichnet wurde. Der Fehler, der als Heartbleed Bug bekannt wurde, betraf Millionen von Webseiten und erlaubte, vertrauliche Daten zu stehlen.

Dazu gehörten Serverpasswörter oder private SchlĂŒssel. Der Bug stecke in einer Erweiterung von OpenSSL – der de facto Standardbibliothek fĂŒr sichere und verschlĂŒsselte Kommunikation im Internet.

Durch Heartbleed konnte man mit einem einfachen Aufruf bis zu 64k aus dem Hauptspeicher auslesen. Grund dafĂŒr war eine vergessene ÜberprĂŒfung eines Parameters. Eigentlich ein Fehler, wie er tĂ€glich auftritt und normal genauso schnell wieder gefunden und behoben werden sollte.

Doch bei Heartbleed dauerte es 27 Monate, bis der Fehler entdeckt und veröffentlicht wurde.

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#18: Deadline im Nacken

Im Jahr 2005 wurde Hartz 4 in Deutschland eingefĂŒhrt. Um das möglich zu machen, wurde die Software A2LL in Rekordzeit entwickelt. Doch bei der EinfĂŒhrung ging ziemlich viel schief. Denn was da in knappen zehn Monaten entwickelt wurde, hatte nicht nur Kinderkrankheiten, sondern einige ziemlich große Probleme.

In der heutigen Folge geht es daher nicht um einen einzelnen Fehler, sondern um einen Überblick ĂŒber das Projekt A2LL und die Frage, was man aus einem so komplexen Projekt lernen kann.

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#17: Der teuerste Strich aller Zeiten

Im Jahr 1962 ist das Space Race zwischen den USA und der Sowjetunion in vollem Gange. Unter Zeitdruck versucht die NASA mit der Sonde Mariner 1 die Venus zu erreichen. Doch diese geht wenige Minuten nach dem Start verloren.

Wenn man sich die ganze Geschichte der Mariner 1 Mission anschaut, dann ist es ĂŒberraschend, dass die Mission am Ende an einem Fehler scheiterte, der bereits im Rahmen der VorgĂ€ngermission entstanden war. Denn schließlich wurde die Sonde aufgrund des immensen Zeitdrucks in nur 11 Monaten konstruiert.

Die unglĂŒckliche Verkettung aus einem Hardwareproblem und einer fehlerhaften Gleichung im Steuercomputer fĂŒhrte dann beim Start dazu, dass die Rakete vom Kurs abkam und gesprengt werden musste.

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#16: Solide abgerundet

Im Jahr 1982 fĂŒhrt die Börse von Vancouver einen Aktienindex ein. Dieser verliert kontinuierlich an Wert. Knappe zwei Jahre spĂ€ter hat er fast die HĂ€lfte eingebĂŒĂŸt – obwohl die Wirtschaft gewachsen ist.

Grund dafĂŒr ist ein Rundungsfehler. Dieser fĂŒhrt dazu, dass der Wert des Index bei jeder Neuberechnung ein kleines Bisschen verliert. Am Tag schrumpft der Index so um einen Punkt.

Rundungsfehler tauchen nicht aus dem Nichts auf. Wenn man mit Fließkommazahlen rechnet, dann muss man deren Genauigkeit berĂŒcksichtigen und sich genau ĂŒberlegen, wie man damit umgeht. Denn auch wenn eine einzelne Ungenauigkeit wegen einer Rundung nicht stark ins Gewicht fĂ€llt: Wird mit solchen Zahlen weitergerechnet, dann können sich langfristig große Fehler einschleichen.

Übrigens fĂŒhrte ein Rundungsfehler auch dazu, dass die Chaostheorie formuliert wurde.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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