1980er

#20: Bis zum letzten Tropfen

Der Gimli Glider war ein Flug von Air Canada, der aufgrund von Treibstoffmangel nur durch ein sensationelles Manöver des Piloten gerettet werden konnte. Die Ursache für den Zwischenfall waren eine Kombination von verschiedenen Dingen.

Am Anfang stand ein technischer Defekt der Treibstoffanzeige und ein Zusammenspiel aus fehlerhaften Prozessen und menschlichem Versagen. Dies führte dazu, dass die Tanks des Flugzeugs nur mit Hilfe von manuellen Messungen befüllt wurden.

Leider mussten hierfür verschiedene Einheiten umgerechnet werden. Denn während das notwendige Kerosin für den Flugplan in Gewicht gemessen wird, rechnete die Tankcrew am Boden in Volumen.

Erschwerend kam noch dazu, dass die betroffene Boeing 767 das erste Flugzeug in der Flotte von Air Canada war, dass in metrischen Einheiten rechnete…

#16: Solide abgerundet

Im Jahr 1982 führt die Börse von Vancouver einen Aktienindex ein. Dieser verliert kontinuierlich an Wert. Knappe zwei Jahre später hat er fast die Hälfte eingebüßt – obwohl die Wirtschaft gewachsen ist.

Grund dafür ist ein Rundungsfehler. Dieser führt dazu, dass der Wert des Index bei jeder Neuberechnung ein kleines Bisschen verliert. Am Tag schrumpft der Index so um einen Punkt.

Rundungsfehler tauchen nicht aus dem Nichts auf. Wenn man mit Fließkommazahlen rechnet, dann muss man deren Genauigkeit berücksichtigen und sich genau überlegen, wie man damit umgeht. Denn auch wenn eine einzelne Ungenauigkeit wegen einer Rundung nicht stark ins Gewicht fällt: Wird mit solchen Zahlen weitergerechnet, dann können sich langfristig große Fehler einschleichen.

Übrigens führte ein Rundungsfehler auch dazu, dass die Chaostheorie formuliert wurde.

#14: Der Tippfehler

Im Jahr 1988 startete die Sowjetunion einen weiten Versuch, um den Mars zu erforschen. Die Phobos 1 Mission sollte den gleichnamigen Marsmond erreichen. Doch während des Flugs sorgte ein Tippfehler dafür, dass die Mission scheiterte.

Im Computer der Sonde Phobos 1 schlummerte noch ein Testprogramm. Zeitdruck sorgte dafür, dass es vor dem Start nicht mehr entfernt wurde. Durch einen einfachen Tippfehler in einem der Kommandos, die von der Erde an die Sonde geschickt wurden, wurde dieses Testprogramm aktiviert.

Die Konsequenzen waren fatal. Das Programm deaktivierte die Steuerung der Sonde. Daraufhin drehten sich langsam die Solarpanels aus der Sonne. Es wurde immer weniger elektrische Energie erzeugt, bis sich Phobos 1 schließlich abschaltete.

#8: Software hat keinen Verschleiß

Der Therac-25 war ein medizinisches Bestrahlungsgerät. Durch einen Softwarefehler kam es zu sechs Zwischenfällen mit teilweise tödlichen Ausgängen. Fatal war, dass der Hersteller damals davon ausging, dass die Software keine Fehler haben könne.

Denn im Vergleich zur Hardware unterliegt sie ja keinem Verschleiß. Das war eine Fehleinschätzung mit Folgen. Erst durch den Einsatz eines Physikers aus einer der betroffenen Kliniken konnte der verantwortliche Fehler gefunden und schließlich behoben werden.

Die Geschichte des Therac-25 ist ein Paradebeispiel für Softwarefehler und den Umgang damit. Und übrigens: Software unterliegt einer Art digitalem Verschleiß. Man spricht hierbei von der sogenannten Softwarealterung.

#7: Der rote Knopf

Mehr als einmal stand die Welt an der Schwelle zu einem Atomkrieg. Diese Folge erzählt die Geschichte von Stanislaw Petrow, der durch sein Handeln im Jahre 1983 einen Sowjetischen Atomschlag gegen die USA verhinderte.

Damals zeigten die Frühwarnsysteme nämlich einen amerikanischen Angriff an. Es handelte sich dabei aber um einen Fehler bei der Beobachtung der sowjetischen Satelliten. Petrow erkannte dies und entschied sich unter einem enormen Zeitdruck dafür, dass es sich um einen Fehlalarm handeln musste. Er lag richtig.

Leider war das nicht der einzige Fall in der Geschichte, in der es versehentlich fast zu einem Einsatz von Atomwaffen kam.