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#121: Der Wostotschny Zwischenfall

Mit dem Weltraumbahnhof Wostotschny wollte Russland seine Unabhängigkeit vom Kosmodrom Baikonur sichern. Dieses gehörte seit dem Ende der Sowjetunion nämlich zu Kasachstan.

Der Bau des neuen Kosmodroms Wostotschny war ein Großprojekt, das viele Herausforderungen und Probleme mit sich brachte. Es wurde jedoch, wenn auch mit Verzögerungen, im Jahr 2016 fertiggestellt.

Beim ersten Start traten im Vorfeld Probleme auf, die zu einer eintägigen Startverzögerung führten. Ansonsten verlief damals alles nach Plan.

Für den zweiten Start war geplant, einen russischen Wettersatelliten sowie 18 Cubesats von internationalen Kunden ins All zu bringen. Doch diese Mission endete mit einem Totalverlust. Die verwendete Sojus-Trägerrakete galt als extrem zuverlässig, und auch die eingesetzte Fregat-Oberstufe war eine bewährte Komponente.

Leider hatte man jedoch noch die Koordinaten von Baikonur statt die von Wostotschny in das Navigationssystem der Oberstufe einprogrammiert. Dies führte im Laufe der Mission zu einer fatalen Kurskorrektur, die im Desaster endete.

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Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
Musik: BACKPLATE von https://josephmcdade.com

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#94: Kernwaffen im All

Starfish Prime war mit 1,4 MT die stärkste Nuklearwaffe, die jemals im Weltraum gezündet wurde. Damals erhoffte man sich von dem Test wichtige Erkenntnisse über elektromagnetische Impulse. Und wie so oft unterschätzte man die Auswirkungen des Tests.

Die gewaltige Explosion setzte nämlich sehr viele geladene Teilchen frei, die einen künstlichen Strahlengürtel bildeten, der fünf Jahre lang anhielt. Und dieser beschädigte zahlreiche Satelliten. Darunter Telstar-1 und Ariel-1, der erste britische Satellit.

Es erscheint absurd, dass mehr als 2100 Kernwaffentests durchgeführt wurden, von denen etwa 500 oberirdisch stattfanden.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#89: Der falsche Befehl

Das EOLE-Projekt war eine amerikanisch-französische Kooperation, die in den 1960er Jahren begann. Ziel des Projektes war es, einen Satelliten zu entwickeln, der Signale von Wetterballons empfangen kann. Damit sollte es endlich möglich sein, Signale von Ballons zu empfangen, die sich außerhalb der Reichweite von Bodenstationen befanden. Also zum Beispiel über den Ozeanen oder über dünn besiedelten Gebieten.

Insgesamt wurden damals 500 Ballons gestartet. Durch einen Bedienungsfehler in einer der Bodenstationen wurde jedoch versehentlich der Befehl zur Selbstzerstörung an die Ballons gesendet. Daraufhin wurden 71 Ballons, die sich zu diesem Zeitpunkt in Reichweite befanden, zerstört.

Das Projekt konnte trotzdem fortgesetzt werden und lieferte vor allem wertvolle Erkenntnisse über die Kommunikation zwischen Satelliten und Ballons.

Übrigens sind Wetterballons auch heute noch von großer Bedeutung für die Wetterforschung und für die Erstellung von zuverlässigen Wettervorhersagen. Täglich werden weltweit rund 2000 Ballons gestartet, die eine Höhe von bis zu 40 km erreichen können.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#71: Captain Midnight

Bis 1986 war Pay-TV in den USA kostenlos zu empfangen. Zumindest, wenn man eine eigene Satellitenschüssel besaß. Diese kostete zwar mehrere hundert Dollar, dafür konnte man auf die monatlichen Gebühren verzichten. Denn PayTV war damals nur im Kabelnetz verschlüsselt und nicht als Satellitensignal.

Das änderte sich, als HBO 1986 begann, sein eigenes Satellitensignal zu verschlüsseln. Das verärgerte verständlicherweise alle, die bis dahin frei empfangen hatten.

Außerdem zerstörte es das Geschäftsmodell vieler Händler, die sich auf Satellitenschüsseln und Zubehör spezialisiert hatten.

Einer von ihnen war John R. MacDougall. Nachdem er sein Geschäft aufgeben musste, arbeitete er in einer Satelliten-Uplink-Station. Eines Tages hatte er eine Idee. Er nutzt die 9,1 Meter große Satellitenschüssel seines Arbeitgebers, um das Satellitensignal von HBO zu überlagern und eine Protestbotschaft auszustrahlen.

Daraufhin wird landesweit über seine Aktion berichtet und das FBI fahndet nach ihm.


Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#28: Rotation

Der Forschungssatellit Hitomi sollte ferne Galaxien und Schwarze Löcher beobachten. Nach seinem erfolgreichen Start gab es allerdings einige Fehlfunktionen, die zu so einer starken Rotation führen, dass Hitomi im All zerbrach.

Für den Verlust von Hitomi war damals eine ganze Reihe von Ursachen verantwortlich. In der Untersuchung zeigte sich, dass es teilweise große Probleme mit dem generellen Design der Mission und in der Kommunikation zwischen den Beteiligten gab.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#27: Orientierung aus dem All

Wir nutzen täglich GPS, um den richtigen Weg zu finden. Satellitennavigation steckt in unseren Smartphones, Autos und vielen weiteren Geräten. Aber wie funktioniert das eigentlich? Und was kann bei GPS schiefgehen?

Die Ursprünge von GPS liegen beim Militär. Man wollte damals eine Möglichkeit haben, um Fahrzeuge und Waffen präzise zu steuern. Auf Grund einer künstlichen Verschlechterung war GPS bis zum Jahr 2000 für den zivilen Bereich nur sehr eingeschränkt nutzbar.

Als jedoch diese künstliche Verschlechterung abgeschaltet wurde, stieg die zivile Nutzung rapide an. Heute nutzen wir bewusst oder unbewusst GPS nahezu täglich.

Diese Folge erklärt, wie die Technologie hinter GPS funktioniert und was die Besonderheiten des GPS-Zeitsystems sind. Denn dort gibt es lediglich 1024 aufeinanderfolgende Wochen. Bisher wurde diese Grenze zweimal überschritten, was zum sogenannten GPS-Rollover führte. Nicht alle Geräte kamen damit gut zurecht.


Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
Musik: BACKPLATE von https://josephmcdade.com

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