2020er

#86: Der Snackautomat, der zu neugierig war

Was hat Gesichtserkennungssoftware in einem Süßigkeitenautomaten zu suchen?Die Technologie war ein sogenannter demographischer oder optischer Sensor, mit dem Daten über die Kundschaft gesammelt werden sollten. Eine schöne Bezeichnung für eine Kamera.

Laut Hersteller soll damit erkannt werden, ob sich überhaupt Personen vor dem Automaten befinden. So ähnlich wie ein Bewegungsmelder. Und sicher kein Grund zur Aufregung. Aber die Technik ging noch weiter. So kann der Sensor auch Alter und Geschlecht schätzen.

Für Werbetreibende eine tolle Sache. Für den Kunden sieht es anders aus. Denn es fehlt der Hinweis, welche Kamera im Spiel ist und wie sie eingesetzt wird.

Der Hersteller versichert zwar, dass die Daten nur lokal verarbeitet und keine Bilder gespeichert werden. Dennoch sollte der zunehmende Einsatz von Tracking-Technologien genau beobachtet werden. Denn einmal erhobene Daten können leicht missbraucht werden.


Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
Musik: BACKPLATE von https://josephmcdade.com

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#85: CrowdStrike: Global Offensive

Bei der Software Falcon Sensor der Firma CrowdStrike handelt es sich um eine sogenannte Endpoint Security Software. Eine Art moderner Virenscanner für Unternehmen. Und in einem Update, das für diese Software ausgeliefert wurde, steckte ein Fehler, der zum sofortigen Absturz des gesamten Systems führte.

Durch die mangelhafte Qualitätssicherung bei CrowdStrike wurde dies leider nicht vorher bemerkt, so dass mindestens 8,5 Millionen PC’s von diesem Fehler betroffen waren.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#84: Excel Fails

Excel ist das Standardwerkzeug für alle möglichen Aufgaben, die im Büro anfallen. Und in vielen Fällen sind Excel und auch andere Tabellenkalkulationsprogramme die beste Lösung.

Aber es gibt auch Risiken. In dieser Folge erzählen wir drei Geschichten, in denen kleine Fehler große Folgen hatten. Allen gemeinsam ist, dass am Ende menschliches Versagen ausschlaggebend war.

In der ersten Geschichte geht es darum, wie das Formel-1-Team Williams alle 20.000 Fahrzeugteile mit einer einzigen Excel-Tabelle verwaltet hat. Und irgendwann war die Komplexität nicht mehr beherrschbar.

In der zweiten Geschichte führt ein Copy & Paste Fehler dazu, dass ein kanadischer Energieversorger 10% seines Jahresgewinns verliert.

Und die letzte Geschichte spielt mitten in der Finanzkrise 2008, Lehman Brothers ist gerade pleite gegangen. Eine Investmentbank sieht ihre Chance, einige Vermögenswerte günstig zu übernehmen. Unter Hochdruck wird eine lange Excel-Liste erstellt. Durch ein Missgeschick beim Formatieren der Tabelle landen am Ende auch 179 unerwünschte Objekte auf der Ankaufsliste. Ein großer Schaden kann nur noch vor Gericht abgewendet werden.


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#79: Die XZ-Backdoor

Die XZ-Backdoor ist vielleicht die gefährlichste und am weitesten entwickelte Backdoor, die je entwickelt wurde. Die Vorbereitungen für diesen Angriff dauerten mehrere Jahre. Und am Ende war es reiner Zufall, dass sie rechtzeitig entdeckt wurde.

Diese Episode erzählt die Geschichte der XZ-Backdoor, die sich wie ein echter Internetkrimi liest. Es geht um Linux, Open Source und die wertvollste Währung im Netz: Vertrauen.


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#78: Ups, die Daten sind weg

Der Schock an den beiden Koblenzer Gymnasien war groß, als die Daten auf den Schul-iPads plötzlich verschwunden waren.

Die iPads der Schule wurden wie üblich zentral über ein MDM-System verwaltet. Dabei kam es vermutlich durch eine Fehlbedienung zu einem Problem. Dieses führte dazu, dass auf ca. 500 Geräten diverse Apps und die damit verbundenen Daten gelöscht wurden.

Fehler passieren. Leider gab es in diesem Fall keine Backups. Und die Gründe dafür sind nicht nachvollziehbar. Und es sieht ein bisschen so aus, als hätte man am falschen Ende gespart.

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#74: Smarte Implantate

Um blinden Menschen das Sehen wieder zu ermöglichen, entwickelte die Firma Second Sight eine Netzhautprothese. Allerdings war das Sehvermögen sehr rudimentär und auf Blinde mit einer bestimmten krankheitsbedingten Sehschädigung beschränkt.

Dennoch kam diese Entwicklung für manche Menschen einem Wunder gleich. Es gibt sensationelle Berichte von Trägerinnen und Trägern des „Argus 2“-Implantats.

Leider gibt es auch Schattenseiten. Zum einen in Form von Problemen, die mit der implantierten Technik aufgetreten sind. Zum anderen aber auch in der Firma Second Sight selbst.

Denn um das Jahr 2019 herum stellt sich heraus, dass das Geschäftsmodell nicht funktioniert. Die Produktion von „Argus 2“ wird zunächst eingestellt, um an einem Nachfolgeprodukt zu arbeiten. Dabei handelt es sich um ein Gehirnimplantat namens Orion, das ganz neue Möglichkeiten bieten soll.

Nur ein Jahr später gerät Second Sight in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Fast die gesamte Belegschaft wird entlassen. Die gesamte Labortechnik wird bei einer Online-Auktion verkauft.

Und die Patientinnen und Patienten? Die erfahren es nur aus zweiter Hand. Viele fühlen sich allein gelassen. Und es wird klar, dass es in Zukunft weder Ersatzteile noch sonstige Unterstützung geben wird.

Später wird Second Sight verkauft und nach öffentlichen Protesten lenkt der neue Besitzer zumindest teilweise ein. Noch vorhandene Bestände an „Argus 2“-Ersatzteilen werden bei Bedarf an Betroffene abgegeben. Doch dann ist Schluss.

Was bleibt, ist die Frage, wie eine Gesellschaft in Zukunft mit solchen Themen umgehen soll. Denn eines ist sicher: Es wird in Zukunft noch mehr von dieser Technik geben. Und es wäre gut, wenn man sich dann schon intensiv mit den Risiken auseinandergesetzt hätte.

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#72: No space left on device

Im August 2023 musste Toyota die Produktion in allen 14 japanischen Werken einstellen. Und das für zwei Tage. Ein zentrales System für die Teilebeschaffung war ausgefallen. Für die Just-in-Time-Produktion ist dies ein kritisches System, ohne das die Produktion nicht weiterlaufen kann.

Interessant war die Ursache des Ausfalls. Toyota schrieb in einer Pressemitteilung, dass bei planmäßigen Wartungsarbeiten an einer Datenbank eine Festplatte voll gelaufen sei und das System daraufhin ausgefallen sei. Natürlich gab es ein Backup, aber auch dieses fiel aufgrund des gleichen Fehlers aus.

Klingt komisch, ist aber anscheinend wirklich so passiert.

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#68: Alle (vier) Jahre wieder

Schaltjahre gibt es schon sehr lange. In der heute gebräuchlichen Form bereits seit dem 16. Jahrhundert. Dahinter steckt die Idee, unseren Kalender mit dem Umlauf der Erde um die Sonne zu synchronisieren. Denn die hat nicht genau 365 Tage. Ohne ein regelmäßiges Schaltjahr würde sich unser Kalender Jahr für Jahr ein wenig verschieben. Die Folge wäre zum Beispiel, dass sich der Frühlingsanfang langsam verschiebt.

Für Computer kann ein Schaltjahr eine Herausforderung sein. Denn der seltene 29. Februar und das dadurch auf 366 Tage verlängerte Jahr sind eine seltene Konstellation, die beim Entwickeln und Testen schnell übersehen werden kann.

Diese Episode erklärt, warum wir Schaltjahre haben und gibt einige Beispiele, in denen der 29. Februar einem System zum Verhängnis wurde.

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#67: Excel und die Gene

Excel kann die Art der eingegebenen Daten erkennen. Insbesondere bei Zeit- und Datumsangaben kann so eine einheitliche Formatierung gewährleistet werden.

Dies erspart in vielen Fällen Arbeit. Es handelt sich also um eine nützliche Funktion. Es gibt aber auch Situationen, in denen Excel sich irrt und Daten fälschlicherweise als Datum interpretiert. Wenn diese dann automatisch in ein einheitliches Format gebracht werden, werden die Daten verfälscht.

So wurden jahrelang wissenschaftliche Daten aus der Genforschung versehentlich verfälscht. Denn menschliche Gene haben eindeutige Namen, die zum Teil an Datumsangaben erinnern.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, hat die Wissenschaft schließlich beschlossen, das Namensschema für das menschliche Erbgut zu ändern und eine Reihe der betroffenen Bezeichnungen so anzupassen, dass sie nicht mehr als Datumsangaben interpretiert werden können.

Excel hat also gewissermaßen seine Spuren in der Benennung des menschlichen Erbguts hinterlassen.

Im Jahr 2023 geschah schließlich das, womit niemand mehr gerechnet hatte. Microsoft veröffentlichte eine neue Version von Excel, in der man die automatische Formatierung endlich global abschalten konnte.

Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
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#66: E-Mails, Domains und Tippfehler

Wer eine E-Mail schreibt, macht schon mal einen Tippfehler. Besonders ärgerlich ist es, wenn man sich bei der Empfängeradresse vertippt.

Beim amerikanischen Militär ist das in der Vergangenheit häufiger vorgekommen. Denn die Amerikaner besitzen die Domain .MIL, die ausschließlich für die verschiedenen militärischen Organisationen genutzt wird. Und immer wieder kam es vor, dass statt .MIL .ML verwendet wurde. Ein fehlender Buchstabe mit großer Wirkung.

Die .ML Domain gehört Mali, einem Land mit engen Beziehungen zu Russland. Bis zum Sommer 2023 hatte Mali allerdings einen Vertrag mit einem niederländischen Unternehmer über die Nutzung und Vermarktung der .ML Domain.

Und diesem Unternehmer ist bereits 2013 aufgefallen, dass Mails des US-Militärs häufig an Mali statt an die eigentlichen Adressaten gingen. Und er hat auch schon 2013 versucht, die Amerikaner darauf aufmerksam zu machen. Leider ohne Erfolg.

Erst nachdem die Presse im Sommer 2023 darüber berichtete, gab es eine offizielle Stellungnahme und Maßnahmen der US-Regierung.


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