1972 fiel in der französischen Urananreicherungsanlage Pierrelatte eine Messung aus dem Rahmen. In Uranerz aus der Mine Oklo in Gabun lag der Anteil von Uran-235 bei 0,7171 Prozent statt bei den üblichen 0,7202 Prozent. Drei Tausendstel eines Prozentpunkts. Klingt nach Messfehler, ist aber keiner: Dieser Wert ist überall gleich. In jedem Bergwerk auf jedem Kontinent, in Meteoriten und in Gestein vom Mond.
Die Erklärung war spektakulär. Vor rund zwei Milliarden Jahren liefen in Oklo natürliche Kernreaktoren, ohne menschliches Zutun. Ein glückliches Zusammenspiel aus hoher Urankonzentration und passender Geologie hielt die Kettenreaktion über Hunderttausende Jahre in Gang. Damit stand der erste Kernreaktor der Erdgeschichte nicht 1942 in Chicago, sondern etwa zwei Milliarden Jahre früher in Westafrika. Und er lief länger, als es die Gattung Homo überhaupt gibt.
Für diese Folge der Digitalen Anomalien gibt es ein vollständiges Transkript. Dieses Transkript wurde automatisiert erzeugt und nicht nachbearbeitet oder korrekturgelesen. Es wird daher sicher Fehler enthalten. Das Transkript ist als Ergänzung zu verstehen, um beispielsweise die Inhalte durchsuchbar zu machen. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort aus der Folge.
Shownotes
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Naturreaktor Oklo – Wikipedia
- Ein Bild vom Naturreaktor
- alpha-Centauri - Gibt es natürliche Reaktoren? - hier anschauen
- CL046 Lise Meitner und die Spaltung des Atoms - Cosmic Latte - Podcast
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Entdeckung der Kernspaltung – Wikipedia
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Chicago Pile – Wikipedia
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Uran – Wikipedia
- Oklo – Ein *wirklich* alter Kernreaktor – Was geht?
- Der natürliche Reaktor von Oklo » Mente et Malleo » SciLogs - Wissenschaftsblogs
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Credits
Sprecher & Produktion: Wolfgang Schoch
Musik: BACKPLATE von https://josephmcdade.com
